Rufen sie uns an

in Kürze verfügbar

Die Bevölkerung in Deutschland altert seit Jahrzehnten. Diese Entwicklung ist vor allem auf den medizinischen Fortschritt zurückzuführen. So beträgt die Lebenserwartung eines im Jahre 1960 geborenen Jungen 67 Jahre, eines Mädchens 72 Jahre. Bei im Jahre 2010 Geborenen liegt die statistisch zu erwartende Zeitspanne bis zum Tod bereits bei 77 bzw. 82 Jahren. Mit der steigenden Lebenserwartung geht zwangsläufig eine zunehmende Pflegebedürftigkeit älterer Bürger einher.

Deshalb hat der Gesetzgeber im Jahre 1995 die Pflegeversicherung als weitere Pflichtversicherung neben der Krankenvollversicherung eingeführt. Die gesetzliche Pflegeversicherung ist als Basisabsicherung gestaltet, um die Beiträge nicht ausufern zu lassen. Im Ernstfall reichen die Leistungen nicht aus, um beispielsweise einen Pflegeheimplatz bezahlen zu können. Dies hat die privaten Versicherungsgesellschaften veranlasst, ergänzend sogenannte Pflegezusatzversicherungen anzubieten.

Um die Vor- und Nachteile einer Pflegekostenversicherung darstellen zu können, bedarf es einer Gegenüberstellung der Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung einerseits und der Leistungen aus einer privaten Pflegekostenversicherung andererseits.

Gesetzliche Pflegeversicherung vs. private Pflegekostenversicherung

Als pflegebedürftig gelten Personen, die sich wegen einer körperlichen, psychischen oder geistigen Erkrankung über mindestens 6 Monate nicht eigenständig selbst versorgen können. Mit Blick auf die Intensität des Bedarfs an fremder Hilfe unterscheidet der Gesetzgeber 3 Pflegestufen: In der Pflegestufe I beträgt der tägliche Hilfebedarf im Durchschnitt 90 Minuten, in der Pflegestufe II 180 Minuten und in der Pflegestufe III 300 Minuten. Ab 01.01.2012 stehen für die häusliche Pflege durch ehrenamtliche Personen monatlich folgende Geldleistungen zur Verfügung: 235 Euro in Pflegestufe I, 440 Euro in Pflegestufe II, 700 Euro in Pflegestufe III. Einem ambulanten Pflegedienst erstattet die gesetzliche Pflegeversicherung ab 2012 folgende Beträge: 450 Euro in Pflegestufe I, 1.100 Euro in Pflegestufe II, 1.550 Euro in Pflegestufe III. Für Härtefälle gilt ein erhöhter Satz von monatlich 1.918 Euro.

Weitere Betreuungsleistungen, die etwa bei Demenzkranken anfallen, werden zweistufig erbracht: Bei leichtem Umfang bis zu 100 Euro monatlich, bei erhöhtem Umfang bis zu 200 Euro monatlich. Die private Pflegekostenversicherung wird üblicherweise nicht in Tagessätzen, sondern in monatlichen Leistungen gegen Rechnungsvorlage abgeschlossen. Dies lässt sich an einem konkreten Beispiel verdeutlichen: Für eine Person in der Pflegestufe II muss die ehrenamtliche Pflegerin monatlich 980 Euro ausgeben, erhält jedoch aus der gesetzlichen Pflegeversicherung ab dem Jahre 2012 lediglich 440 Euro pro Monat. Die betreffende zu pflegende Person hat eine private Pflegekostenversicherung abgeschlossen, die die Kosten der nicht durch die gesetzliche Pflegeversicherung gedeckten Pflege erstattet.

Damit wäre im Beispiel die Lücke von 540 Euro im Monat gedeckt. Entsprechendes gilt für die Leistung der Pflegekostenversicherung bei voll stationärer Unterbringung. In derartigen Fällen sind die privat zu schließenden Lücken zumeist noch gravierender als bei häuslicher Pflege.

Vor- und Nachteile einer privaten Pflegekostenversicherung

Da die gesetzliche Pflegeversicherung lediglich eine Grundabsicherung für den Pflegefall beinhaltet, erscheint der Abschluss einer privaten Pflegekostenversicherung grundsätzlich sinnvoll, wenn man einige Gesichtspunkte beachtet. Die Beiträge werden altersabhängig ermittelt, nicht einkommensabhängig. Angesichts des hohen Risikos, im Alter pflegebedürftig zu werden, steigen die Versicherungsprämien mit steigendem Einstiegsalter überproportional an.

So zahlt eine 25-jährige Frau für eine Pflegekostenversicherung bei einer der größten Versicherungsgesellschaften einen monatlichen Beitrag von 8 Euro. Dieselbe Person würde für den gleichen Tarif bei einem Einstiegsalter von 54 Jahren einen Monatsbeitrag von ca. 50 Euro bezahlen. Damit ist offenkundig, dass eine private Pflegekostenversicherung in erster Linie von gesunden jüngeren Personen bis etwa zum 35. Lebensjahr preisgünstig abgeschlossen werden kann. Bereits kranke Personen werden unabhängig vom Alter in der Regel nicht mehr von einer privaten Pflegekostenversicherung angenommen. Interessenten sollten nach einer Pflegekostenversicherung Ausschau halten, die keine Karenz- und Wartezeiten vorsieht.

Die Karenzzeit ist eine Sperrfrist, in der die Versicherungsgesellschaft trotz Pflegetatbestands noch nicht leistet. Sie beträgt normalerweise 3 Monate. Dies ist problematisch, da gerade zu Beginn einer Pflegebedürftigkeit oft erhöhte Aufwendungen anfallen, die dann aus eigener Tasche bezahlt werden müssen.

Eine Wartezeit wird gelegentlich ab Vertragsbeginn vereinbart, zum Beispiel 3 Jahre, in denen keine Leistungspflicht besteht. Es gibt jedoch hinreichend Versicherungen, die auf Karenz- und Wartezeiten verzichten. Begrenzte Vertragslaufzeiten sind zwar beitragsreduzierend, sollten aber vermieden werden. Besser ist die vertragliche Vereinbarung eines lebenslänglichen Versicherungsschutzes.

Eine weitere Leistungseinschränkung ist generell die Leistungsablehnung für Pflegebedürftigkeit, die aus Vorsatz oder Sucht entstanden ist. Die Vor- und Nachteile einer privaten Pflegekostenversicherung seien wie folgt kursorisch dargestellt:

Vorteile einer Pflegekostenversicherung:


Nachteile einer Pflegekostenversicherung:


Unsere Empfehlung: Ob der Abschluss einer Pflegekostenversicherung ratsam ist, erschließt sich erst unter Berücksichtigung des Alters sowie der finanziellen und der familiären Situation der zu versichernden Person. Die private Pflegeversicherung bietet für jede individuelle Konstellation geeignete Tarife und Bausteine, deshalb lohnt sich vor dem Abschluss ein ausführlicher Vergleich der verschiedenen Tarife und Anbieter.


pflegeversicherung vergleich

Links

Informationen und hilfreiche Tipps zur Privaten Pflegeversicherung:

Testsieger

Nachrichten

  • Der Bund der Versicherten warnt vor Versicherungskombinationen von BU-Versicherung und Pflegeversicherung. Diese Versicherungen werden oft in Kombination angeboten. Doch ist zu prüfen, ob die Geldersparnis sich wirklich lohnt.

  • Continentale-Studie 2011: Mit insgesamt 82 Prozent ist die Pflegebedürftigkeit die größte Angst der Deutschen. Besonders große Angst haben 52 Prozent der Bevölkerung - weit mehr als vor Krankheit und unzureichender Rente (je 36 Prozent).

nach oben ↑